Teehaus auf der Groov
In der Groov existierte bereits ein Teehaus, das gemeinsam mit einem Teil der Ufermauer abgerissen wurde. Daraus entstand der Wunsch, dem Ort ein neues Teehaus zu schenken – eines, das die Teekultur weiterdenkt und zugleich öffentlich sowie niederschwellig zugänglich ist.
Das Konzept meines Entwurfs basiert auf dem traditionellen japanischen Teeritual, dessen Ablauf, Typologie und Beziehung zur Landschaft architektonisch übersetzt werden. Dies zeigt sich bereits im Standort: Der Entwurf liegt in einer Lichtung innerhalb eines dicht bewachsenen Baumareals, vergleichbar mit der Lage traditioneller japanischer Teehäuser, die häufig als Rückzugsorte in Gärten angeordnet sind. Ein etwa 50 Meter langer Steg verbindet das Teehaus mit dem Parkweg und führt die Besucher schrittweise in den intimen Raum der Lichtung.
Der bauliche Entwurf besteht aus zwei Baukörpern sowie einem Steg, der diese mit dem bestehenden Parkweg verbindet. Das Ensemble liegt auf der Höhe des Weges und steht somit über den üblichen Hochwasserständen. Der erste, kleinere Baukörper fungiert als Torhaus und beinhaltet den WC Kern sowie das Eingangstor. Auf der öffentlichen Seite des Torhauses befindet sich eine Wartebank, während auf der privaten Seite der Zugang zu den Sanitäranlagen sowie zu einem barrierefreien WC liegt. Nach dem Durchschreiten des Tores gelangt man über den Steg zum eigentlichen Teehaus.
Das Teehaus selbst ist in zwei Bereiche gegliedert. Der vordere Teil dient als Wartebereich im Rahmen des traditionellen Teerituals. Seitlich befinden sich niedrige Kriecheingänge, die in die beiden viereinhalb Tatami großen Teezimmer führen. Diese liegen etwa 40 cm über dem Boden, werden ohne Schuhe und in knieender Haltung betreten. In den Boden ist jeweils eine Feuerstelle eingelassen. Ein großes Fenster, das in der japanischen Tradition einer Bildnische entsprochen hätte, eröffnet den Blick in die umgebende Natur und auf den Rhein. In der Mitte des Gebäudes befindet sich der Küchenkern, in dem der Wirt Tee und Speisen zubereitet. Dieser verfügt über einen eigenen Zugang zu den Teezimmern und kann diese frei betreten. Beide Teezimmer können über Vorhänge um jeweils einen zusätzlichen, drei Tatami großen Raum erweitert werden, sodass sie sich auch für größere Gruppen eignen.
Um eine flexible Nutzung des Teehauses zu ermöglichen, kann zwischen dem privaten Teeritual und einem öffentlichen Tee Café umgeschaltet werden. Durch das Verschieben der beweglichen Schrank Sitzmodule entstehen neue Sitzmöglichkeiten und Blickbeziehungen. Der Wartebereich wird dabei zum Café umgenutzt, während sich die Wand der Küche hochklappen lässt und als Theke dient. Auch auf dem umlaufenden Laubengang können Bänke heruntergeklappt und insbesondere im Sommer genutzt werden. Die opaken Wandteile der Sitznischen sowie die großen Fenster lassen sich hochfahren und verbinden den Innenraum klimatisch und räumlich mit dem Außenraum. Insgesamt ergibt sich so eine hohe Flexibilität in der Nutzung des Teehauses.
Konstruktiv handelt es sich um einen Skelettbau, eine Zangenkonstruktion aus BSH und KVH Trägern in Holzbauweise, die auf Schraubfundamenten gegründet ist. Somit wird ein kleinstmöglicher footprint hinterlassen. Um den Hochwasserschutz gewissermaßen zu gewährleisten, liegen die Gebäudestrukturen über 3,5 m des Wasserstandes. Die kleinteilige Struktur der Elemente sowie die Holzrahmenbau Fassade ermöglichen eine einfache Bauweise ohne den Einsatz großer Kräne oder schwerer Betonmaschinerie. Zudem bleibt die Konstruktion durchgehend rückbaubar, da überwiegend mit Schraubverbindungen gearbeitet wird. So kann im Fall eines extremen Hochwasserereignisses das Gebäude frühzeitig abmontiert werden. Das Heizen wird über in der Decke verlegeten Infrarotsthrahler und den Feuerstellen gewährleistet. Gelüftet wird durch Schiebetür und Fenster.
5. Semester Bachelor
Fotos: Anna Teichmann
Teehaus auf der Groov
In der Groov existierte bereits ein Teehaus, das gemeinsam mit einem Teil der Ufermauer abgerissen wurde. Daraus entstand der Wunsch, dem Ort ein neues Teehaus zu schenken – eines, das die Teekultur weiterdenkt und zugleich öffentlich sowie niederschwellig zugänglich ist.
Das Konzept meines Entwurfs basiert auf dem traditionellen japanischen Teeritual, dessen Ablauf, Typologie und Beziehung zur Landschaft architektonisch übersetzt werden. Dies zeigt sich bereits im Standort: Der Entwurf liegt in einer Lichtung innerhalb eines dicht bewachsenen Baumareals, vergleichbar mit der Lage traditioneller japanischer Teehäuser, die häufig als Rückzugsorte in Gärten angeordnet sind. Ein etwa 50 Meter langer Steg verbindet das Teehaus mit dem Parkweg und führt die Besucher schrittweise in den intimen Raum der Lichtung.
Der bauliche Entwurf besteht aus zwei Baukörpern sowie einem Steg, der diese mit dem bestehenden Parkweg verbindet. Das Ensemble liegt auf der Höhe des Weges und steht somit über den üblichen Hochwasserständen. Der erste, kleinere Baukörper fungiert als Torhaus und beinhaltet den WC Kern sowie das Eingangstor. Auf der öffentlichen Seite des Torhauses befindet sich eine Wartebank, während auf der privaten Seite der Zugang zu den Sanitäranlagen sowie zu einem barrierefreien WC liegt. Nach dem Durchschreiten des Tores gelangt man über den Steg zum eigentlichen Teehaus.
Das Teehaus selbst ist in zwei Bereiche gegliedert. Der vordere Teil dient als Wartebereich im Rahmen des traditionellen Teerituals. Seitlich befinden sich niedrige Kriecheingänge, die in die beiden viereinhalb Tatami großen Teezimmer führen. Diese liegen etwa 40 cm über dem Boden, werden ohne Schuhe und in knieender Haltung betreten. In den Boden ist jeweils eine Feuerstelle eingelassen. Ein großes Fenster, das in der japanischen Tradition einer Bildnische entsprochen hätte, eröffnet den Blick in die umgebende Natur und auf den Rhein. In der Mitte des Gebäudes befindet sich der Küchenkern, in dem der Wirt Tee und Speisen zubereitet. Dieser verfügt über einen eigenen Zugang zu den Teezimmern und kann diese frei betreten. Beide Teezimmer können über Vorhänge um jeweils einen zusätzlichen, drei Tatami großen Raum erweitert werden, sodass sie sich auch für größere Gruppen eignen.
Um eine flexible Nutzung des Teehauses zu ermöglichen, kann zwischen dem privaten Teeritual und einem öffentlichen Tee Café umgeschaltet werden. Durch das Verschieben der beweglichen Schrank Sitzmodule entstehen neue Sitzmöglichkeiten und Blickbeziehungen. Der Wartebereich wird dabei zum Café umgenutzt, während sich die Wand der Küche hochklappen lässt und als Theke dient. Auch auf dem umlaufenden Laubengang können Bänke heruntergeklappt und insbesondere im Sommer genutzt werden. Die opaken Wandteile der Sitznischen sowie die großen Fenster lassen sich hochfahren und verbinden den Innenraum klimatisch und räumlich mit dem Außenraum. Insgesamt ergibt sich so eine hohe Flexibilität in der Nutzung des Teehauses.
Konstruktiv handelt es sich um einen Skelettbau, eine Zangenkonstruktion aus BSH und KVH Trägern in Holzbauweise, die auf Schraubfundamenten gegründet ist. Somit wird ein kleinstmöglicher footprint hinterlassen. Um den Hochwasserschutz gewissermaßen zu gewährleisten, liegen die Gebäudestrukturen über 3,5 m des Wasserstandes. Die kleinteilige Struktur der Elemente sowie die Holzrahmenbau Fassade ermöglichen eine einfache Bauweise ohne den Einsatz großer Kräne oder schwerer Betonmaschinerie. Zudem bleibt die Konstruktion durchgehend rückbaubar, da überwiegend mit Schraubverbindungen gearbeitet wird. So kann im Fall eines extremen Hochwasserereignisses das Gebäude frühzeitig abmontiert werden. Das Heizen wird über in der Decke verlegeten Infrarotsthrahler und den Feuerstellen gewährleistet. Gelüftet wird durch Schiebetür und Fenster.
5. Semester Bachelor
Fotos: Anna Teichmann











